
Das Wichtigste in Kürze
- Kein seriöses Angebot ohne Besichtigung oder aussagekräftige Fotos.
- Ein Festpreis muss schriftlich sein und alle Entsorgungskosten enthalten.
- Prüfen Sie Impressum, Anschrift und die Anzeige der Abfallbeförderung nach § 53 KrWG.
- Vorkasse in bar ist das häufigste Warnsignal – seriös wird nach Abnahme gezahlt.
- Drei Angebote reichen. Das billigste ist selten das günstigste.
Entrümpelung ist kein geschützter Beruf. Für die Gewerbeanmeldung braucht es keinen Nachweis, keine Prüfung und keine Ausbildung. Das erklärt, warum es in jeder größeren Stadt Anbieter gibt, die heute existieren und in einem halben Jahr nicht mehr. Die folgenden Punkte sind das, worauf wir selbst achten würden.
Neun Punkte, die Sie prüfen sollten
1. Vollständiges Impressum mit ladungsfähiger Anschrift
Ein Postfach oder eine reine Handynummer genügt nicht. Auf der Website müssen Name des Inhabers, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail stehen. Fehlt eines davon, ist das nicht nur ein Formfehler – es macht es im Streitfall schwer, überhaupt jemanden zu erreichen.
2. Besichtigung vor dem Angebot
Ohne das Objekt gesehen zu haben, kann niemand einen belastbaren Festpreis nennen. Fotos oder ein Video sind eine akzeptable Alternative, ein Telefonat allein ist es nicht.
3. Schriftliches Angebot mit festem Betrag
Und zwar mit Auflistung, was enthalten ist. Achten Sie auf Klauseln wie „Mehraufwand wird nach Stundensatz berechnet“ – das ist kein Festpreis.
4. Entsorgungskosten inklusive
Fragen Sie ausdrücklich, ob die Deponie- und Verwertungsgebühren enthalten sind. Das ist der häufigste Punkt, an dem nachberechnet wird.
5. Angezeigte Abfallbeförderung
Wer gewerblich Abfälle transportiert, muss das nach § 53 Kreislaufwirtschaftsgesetz bei der zuständigen Behörde anzeigen. Fragen Sie danach. Ein seriöser Betrieb kann die Frage in einem Satz beantworten.
6. Betriebshaftpflichtversicherung
Lassen Sie sich die Bestätigung zeigen. In einem Treppenhaus mit einem Kleiderschrank passieren Dinge; die Frage ist nur, wer sie bezahlt.
7. Fest angestellte Mitarbeiter
Fragen Sie, ob mit eigenem Personal oder mit Subunternehmern gearbeitet wird. Bei Schwarzarbeit können Sie als Auftraggeber in Haftung geraten, und bei einem Unfall in Ihrer Wohnung wird es unangenehm.
8. Entsorgungsnachweis auf Wunsch
Ein Betrieb, der ordnungsgemäß entsorgt, kann das belegen. Wer bei dieser Frage ausweicht, sagt damit mehr, als ihm lieb ist.
9. Zahlung nach Abnahme
Üblich ist: Sie sehen sich das Ergebnis an, dann wird gezahlt. Eine Anzahlung bei sehr großen Aufträgen ist vertretbar, Vollvorkasse in bar ist es nicht.
Warnsignale im Telefonat
Drei Sätze, nach denen wir persönlich auflegen würden:
„Das machen wir Ihnen für 800 Euro, egal wie viel drin ist.“
Ein Preis ohne Besichtigung ist entweder geraten oder die Nachberechnung ist eingeplant. Bei einer Vierzimmerwohnung ist dieser Betrag technisch nicht darstellbar – allein die Entsorgungsgebühren liegen höher.
„Wir brauchen eine Anzahlung, damit wir den Termin reservieren können.“
Kein etablierter Betrieb finanziert seinen Fuhrpark über Anzahlungen. Wenn Geld fließt, bevor gearbeitet wurde, haben Sie im Streitfall die schlechtere Position.
„Einen Nachweis über die Entsorgung stellen wir normalerweise nicht aus.“
Dann sollten Sie fragen, wohin das Material geht. Sie haften als Abfallerzeuger mit.
Dazu kommen weichere Signale: keine Festnetznummer, keine Website, ein Fahrzeug ohne Beschriftung, Barzahlung ohne Rechnung, Druck zur sofortigen Unterschrift. Jedes einzelne ist noch kein Beweis. Zwei oder drei zusammen sind ein deutliches Muster.
Angebote richtig vergleichen
Drei Angebote reichen völlig. Mehr kostet nur Zeit, weil Sie ohnehin nach denselben Kriterien entscheiden. Legen Sie die Angebote nebeneinander und prüfen Sie, ob dieselben Leistungen enthalten sind:
| Prüfpunkt | Was enthalten sein muss |
|---|---|
| Räumung | Alle Räume, Keller, Dachboden, Balkon, Garage |
| Entsorgung | Deponie- und Verwertungsgebühren, alle Abfallarten |
| Elektrogeräte | Ohne Aufpreis je Gerät |
| Schadstoffe | Farben, Lacke, Öle in Haushaltsmengen |
| Demontage | Küche, Einbauschränke, Lampen, Regale |
| Endreinigung | Besenrein, auf Wunsch nass |
| Anfahrt | Alle Fahrten, nicht nur die erste |
| Nachweis | Entsorgungsbeleg und Fotodokumentation |
Es kommt regelmäßig vor, dass das auf den ersten Blick teuerste Angebot am Ende das günstigste ist, weil beim billigen drei Positionen fehlen. Rechnen Sie die Differenzen aus, bevor Sie sich entscheiden.
Was Bewertungen wert sind
Google-Rezensionen sind ein brauchbarer Anhaltspunkt, aber nur, wenn man richtig liest. Eine Handvoll Fünf-Sterne-Bewertungen ohne Text, alle innerhalb einer Woche abgegeben, sagt wenig. Aussagekräftig sind:
- Bewertungen über einen längeren Zeitraum verteilt
- Texte, die konkrete Details nennen – Stadtteil, Objektart, Ablauf
- der Umgang des Betriebs mit kritischen Bewertungen
- eine gewisse Streuung: Ein Betrieb mit 200 Aufträgen im Jahr und ausschließlich fünf Sternen ist statistisch auffällig
Fragen Sie ruhig nach Referenzen in Ihrer Nähe. Wir nennen auf Anfrage Hausverwaltungen in Mannheim, für die wir regelmäßig arbeiten – natürlich nur solche, die damit einverstanden sind.
Bevor Sie unterschreiben
Vier Dinge müssen im Angebot stehen: der Leistungsumfang, der Festpreis inklusive Mehrwertsteuer, der Termin und die Zahlungsbedingungen. Klären Sie zusätzlich zwei Punkte schriftlich: was mit verwertbaren Gegenständen passiert und wer sie bewertet, und was gilt, wenn sich beim Räumen herausstellt, dass mehr da ist als besprochen.
Bei uns lautet die Antwort auf die zweite Frage: Der Preis bleibt. Wir haben das Objekt gesehen, also ist die Schätzung unser Risiko. Nur wenn Sie nachträglich zusätzliche Leistungen beauftragen, ändert sich etwas.