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Richtig entsorgen: Was wohin gehört – und was das kostet

Ein Sofa, ein Kühlschrank und zwei Eimer Wandfarbe – drei Gegenstände, drei völlig verschiedene Entsorgungswege. Eine Übersicht ohne Paragrafendeutsch.

Gemischter Hausrat und Sperrmüll in einer Garage vor der fachgerechten Entsorgung
Was hier wie ein Haufen aussieht, sind rechtlich sechs verschiedene Abfallarten mit sechs verschiedenen Entsorgungswegen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sperrmüll, Elektroschrott und Schadstoffe gehören auf drei verschiedene Wege.
  • Elektrogeräte dürfen seit 2015 nicht mehr in den Restmüll – auch nicht kleine.
  • Farben, Lacke und Öle nimmt in Mannheim das Schadstoffmobil oder der Wertstoffhof.
  • Als Abfallerzeuger haften Sie mit, wenn Ihr Dienstleister falsch entsorgt (§ 22 KrWG).
  • Getrennt entsorgen ist günstiger: sortenreines Altholz kostet ein Drittel von Restmüll.

Bei einer Entrümpelung fällt fast nie „Müll“ an. Es fallen Altholz, Metallschrott, Elektroaltgeräte, Restabfall, Bauschutt, Textilien und meistens auch ein paar Schadstoffe an. Jede dieser Fraktionen hat ihren eigenen Weg, ihren eigenen Preis und ihre eigenen Vorschriften. Dieser Beitrag sortiert das.

Die Reihenfolge, die das Gesetz vorgibt

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz legt in § 6 eine fünfstufige Abfallhierarchie fest, und die gilt für jeden – auch für Privathaushalte:

  1. Vermeidung
  2. Vorbereitung zur Wiederverwendung
  3. Recycling
  4. sonstige Verwertung, etwa energetisch
  5. Beseitigung

Für eine Entrümpelung heißt das ganz praktisch: Was noch benutzt werden kann, sollte nicht in den Container. Ein funktionierender Kühlschrank gehört ins Sozialkaufhaus, nicht in die Verwertung. Das ist keine moralische Frage, sondern die gesetzliche Rangfolge – und sie senkt nebenbei Ihre Kosten, weil Verwertbares angerechnet wird.

Was gehört wohin?

AbfallartWohinKosten für Privathaushalte
Möbel, Matratzen, TeppicheSperrmüllabholung oder Wertstoffhofim Rahmen der Gebühr enthalten
ElektrogroßgeräteWertstoffhof oder Händlerrücknahmegebührenfrei
Kühl- und GefriergeräteWertstoffhof, stehender Transportgebührenfrei
Farben, Lacke, ÖleSchadstoffmobil oder Schadstoffannahmehaushaltsübliche Mengen frei
AltreifenReifenhändler oder gewerblicher Entsorger12 – 18 € je Stück
Bauschutt sortenreinBauschuttdeponie oder Recyclinghofnach Gewicht
Baumischabfallgewerblicher Entsorgerdeutlich teurer als sortenrein
Altholz behandeltWertstoffhof oder Entsorgergering
Textilien und SchuheAltkleidercontainer oder Sozialkaufhauskostenfrei
Asbesthaltige MaterialienFachbetrieb nach TRGS 519nur mit Fachfirma

Stand 2026. Die konkreten Annahmebedingungen und Gebühren der Stadt Mannheim können sich ändern – prüfen Sie sie vor einer eigenen Fahrt.

Sperrmüll

Sperrmüll ist alles, was wegen seiner Größe nicht in die Restmülltonne passt: Möbel, Matratzen, Teppiche, Fahrräder, Koffer. Die Stadt Mannheim holt ihn auf Anmeldung ab, und für Privathaushalte ist eine bestimmte Menge im Jahr in der Abfallgebühr enthalten.

Die Einschränkungen sollten Sie kennen: Der Sperrmüll muss am Abholtag an der Straße stehen – niemand holt ihn aus dem vierten Stock. Es gibt eine Mengenbegrenzung, meist um die vier Kubikmeter. Elektrogeräte werden getrennt angemeldet. Bauschutt, Autoteile, Farben und Sondermüll werden gar nicht mitgenommen. Und je nach Auslastung liegt der Termin einige Wochen in der Zukunft.

Für viele reicht das völlig. Sobald etwas getragen werden muss, mehrere Fraktionen anfallen oder ein Termin drängt, wird eine Abholung die praktischere Lösung.

Elektro- und Elektronikgeräte

Seit dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz von 2015 dürfen Elektroaltgeräte nicht mehr in den Restmüll – auch nicht der kaputte Wasserkocher. Sie müssen getrennt gesammelt und bei einer Erstbehandlungsanlage abgegeben werden.

Kühl- und Gefriergeräte sind ein Sonderfall. Sie enthalten Kältemittel und in älteren Geräten FCKW im Isolierschaum. Sie müssen stehend transportiert werden, damit der Kreislauf nicht beschädigt wird, und dürfen nur bei zugelassenen Anlagen abgegeben werden. Ein Anbieter, der Ihren Kühlschrank quer auf die Ladefläche legt, macht etwas falsch.

Ein Hinweis, den viele nicht kennen: Größere Elektrohändler und der Onlinehandel sind zur Rücknahme verpflichtet. Kleingeräte bis 25 Zentimeter Kantenlänge müssen sie sogar ohne Neukauf zurücknehmen.

Leere, gekehrte Garage nach der Räumung und fachgerechten Entsorgung
Dieselbe Garage nach Räumung und Trennung: Altreifen, Farben und Elektrogeräte sind getrennt abgegeben worden.

Farben, Lacke und Chemikalien

In jedem zweiten Keller stehen halbvolle Farbeimer, in jeder dritten Garage Motoröl oder Bremsflüssigkeit. Diese Dinge sind gefährliche Abfälle und unterliegen eigenen Regeln.

  • Eingetrocknete Dispersionsfarbe gilt nicht als Sondermüll und darf in den Restmüll. Flüssige Reste nicht.
  • Lacke, Lösungsmittel, Verdünner, Öle, Säuren, Laugen, Pflanzenschutzmittel, Batterien und Leuchtstoffröhren gehören zum Schadstoffmobil oder zur Schadstoffannahme des Wertstoffhofs.
  • Asbesthaltige Materialien – alte Nachtspeicheröfen, Eternitplatten, Bodenbeläge aus den siebziger Jahren – dürfen nur von Fachbetrieben nach TRGS 519 entfernt werden. Wenn wir so etwas bei der Besichtigung entdecken, sagen wir es Ihnen und holen einen Fachbetrieb dazu.

Niemals in den Abfluss, niemals in den Restmüll, niemals in den Wald. Das klingt selbstverständlich, ist aber der Grund, warum jedes Jahr Bußgelder in fünfstelliger Höhe verhängt werden.

Bauschutt und Renovierungsabfälle

Bei Wohnungsauflösungen fällt oft Bauschutt an: herausgerissene Fliesen, Sanitärkeramik, alter Estrich. Wichtig ist die Sortenreinheit. Reiner mineralischer Bauschutt lässt sich recyceln und kostet rund 110 bis 160 Euro je Kubikmeter. Sobald Holz, Gips, Dämmwolle oder Kunststoff dazwischen sind, gilt das Ganze als Baumischabfall – und der kostet leicht das Doppelte.

Deshalb trennen wir schon in der Wohnung: Fliesen in den einen Behälter, Gipskarton in den anderen. Der Aufwand rechnet sich fast immer.

Die Wege in Mannheim

Mannheim ist im Vergleich gut aufgestellt. Für Privathaushalte gibt es mehrere Wertstoffhöfe im Stadtgebiet, dazu die Sperrmüllanmeldung und das Schadstoffmobil, das nach Plan die Stadtteile anfährt. Haushaltsübliche Mengen werden für Privatpersonen weitgehend gebührenfrei angenommen; die aktuellen Öffnungszeiten und Annahmebedingungen stehen auf den Seiten der Stadt Mannheim.

Was Sie beachten sollten: Für Gewerbetreibende gelten andere Regeln und andere Gebühren. Und wer mit einem Anhänger kommt, sollte Zeit einplanen – samstags vormittags stehen an den Wertstoffhöfen regelmäßig Schlangen.

Wir übernehmen die Sortierung

Sie müssen nichts vortrennen. Wir holen gemischt ab, trennen selbst und geben jede Fraktion dort ab, wo sie hingehört – mit Nachweis.