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Was kostet eine Entrümpelung? Preise 2026 aus der Praxis

Zwischen 25 und 75 Euro pro Quadratmeter – die Spanne ist groß. Woran das liegt, erklären wir an drei echten Aufträgen mit Zahlen.

Vollgestelltes Wohnzimmer einer Mannheimer Wohnung vor der Entrümpelung
Dieselbe Wohnung, zwei Zustände: Was zwischen diesen beiden Bildern liegt, bestimmt den Preis.

Das Wichtigste in Kürze

  • Übliche Spanne in Mannheim: 25 bis 75 Euro je Quadratmeter, je nach Füllgrad.
  • Dreizimmerwohnung mit 70 m², normal gefüllt: 2.300 bis 3.300 Euro.
  • Einzelnes Kellerabteil: ab 390 Euro, das ist zugleich unser Mindestauftragswert.
  • Den Preis bestimmen fünf Dinge: Füllgrad, Fläche, Zugang, Abfallart und Termindruck.
  • Verwertbarer Hausrat senkt den Preis typischerweise um 100 bis 600 Euro.

„Was kostet das denn ungefähr?“ ist die erste Frage in fast jedem Telefonat. Eine ehrliche Antwort dauert etwas länger als eine Zahl, aber sie ist möglich. Wir haben für diesen Beitrag unsere abgerechneten Aufträge aus dem vergangenen Jahr durchgesehen und daraus die Zahlen zusammengestellt, die wir auch am Telefon nennen.

Warum die Spannen so groß sind

Wenn Sie fünf Anbieter anrufen, bekommen Sie fünf verschiedene Preise – manchmal mit dem Faktor drei dazwischen. Das liegt selten an Willkür. Eine Entrümpelung ist zu etwa zwei Dritteln Arbeitszeit und zu einem Drittel Entsorgung, und beides hängt an Faktoren, die man nur vor Ort beurteilen kann.

Ein Beispiel aus der Praxis: Zwei Dreizimmerwohnungen, beide 72 Quadratmeter, beide in der Neckarstadt, beide „normal möbliert“. Die eine lag im Erdgeschoss mit Hof zum Rangieren und war nach sieben Stunden leer. Die andere lag im vierten Stock eines Altbaus ohne Aufzug, mit einer Treppe, durch die kein Kleiderschrank am Stück passte. Dort waren zwei Mitarbeiter zwei Tage beschäftigt. Der Preisunterschied betrug rund 1.100 Euro – bei identischer Fläche.

Wer Ihnen am Telefon einen Festpreis nennt, ohne das Objekt gesehen zu haben, rät entweder, oder er hat die Nachberechnung schon eingeplant. Beides ist kein gutes Zeichen.

Die fünf Faktoren

1. Der Füllgrad

Der mit Abstand wichtigste Punkt. Nicht die Quadratmeter zählen, sondern die Kubikmeter, die am Ende auf dem Fahrzeug liegen. Eine spärlich möblierte Zweizimmerwohnung kann weniger Volumen haben als ein voller Dachboden mit 20 Quadratmetern. Zwischen „gering gefüllt“ und „bis unter die Decke“ liegt beim Quadratmeterpreis ungefähr der Faktor drei.

2. Die Fläche

Sie skaliert nicht linear. Ab etwa 100 Quadratmetern sinkt der Quadratmeterpreis, weil Anfahrt, Rüstzeit und Fahrzeugstellung sich auf mehr Fläche verteilen. Deshalb ist ein Haus mit 180 Quadratmetern selten doppelt so teuer wie eine 90-Quadratmeter-Wohnung.

3. Der Weg zum Fahrzeug

Jedes Stockwerk ohne Aufzug kostet ungefähr sechs Prozent Aufschlag, jeder zusätzliche Meter zwischen Haustür und Transporter ebenfalls Zeit. In Mannheimer Innenstadtlagen kommt oft eine Halteverbotszone dazu: 120 bis 180 Euro, aber sie spart am Räumungstag schnell zwei Stunden.

4. Was entsorgt werden muss

Restmüll ist teuer, Altholz und Metall sind günstig, Elektrogeräte kosten pro Stück, Schadstoffe kosten deutlich mehr. Eine Wohnung voller Möbel ist entsorgungstechnisch harmlos. Eine Werkstatt mit zwanzig Altreifen, Farbresten und Motoröl ist es nicht.

5. Der Termindruck

Ein Auftrag, der in vier Wochen stattfinden darf, lässt sich in eine Lücke im Kalender legen. Ein Auftrag für übermorgen bedeutet Überstunden oder eine Umplanung. Bei uns liegt der Aufschlag für Termine innerhalb von 24 Stunden bei rund zwölf Prozent, wer flexibel ist, bekommt fünf Prozent Nachlass.

Quadratmeterpreise nach Füllgrad

Diese Werte gelten für Wohnungen im Erdgeschoss bis zum zweiten Obergeschoss, inklusive Entsorgung, Anfahrt innerhalb Mannheims und besenreiner Übergabe.

FüllgradBeschreibungPreis je m²
GeringWenige Möbel, Räume gut begehbar24 – 32 €
NormalÜbliche Einrichtung, Schränke gefüllt33 – 46 €
StarkVollgestellt, Wege nur teilweise frei47 – 62 €
Sehr starkBis unter die Decke, kaum begehbar63 – 90 €

Alle Angaben inklusive 19 % Mehrwertsteuer. Mindestauftragswert 390 Euro.

Drei Aufträge mit echten Zahlen

Kellerabteil in Neckarau

Sechs Quadratmeter, gefüllt mit Umzugskartons, zwei alten Fahrrädern, einer Waschmaschine und etwa dreißig Jahren Aufbewahrtem. Zwei Mitarbeiter, zweieinhalb Stunden, ein Transporter. Endpreis: 460 Euro. Darin enthalten waren die Waschmaschine als Elektrogerät und vier Dosen Farbe.

Dreizimmerwohnung in der Schwetzingerstadt

72 Quadratmeter im zweiten Obergeschoss ohne Aufzug, normal möbliert, Einbauküche sollte raus. Vier Mitarbeiter, ein Arbeitstag, Halteverbotszone. Grundpreis 2.780 Euro, Küchenausbau 340 Euro, Halteverbot 150 Euro. Für einen Eichenschrank und eine Nähmaschine haben wir 220 Euro angerechnet. Endpreis: 3.050 Euro.

Einfamilienhaus in Feudenheim

145 Quadratmeter Wohnfläche plus Keller, Dachboden und Garage, bewohnt von einem Ehepaar über vierzig Jahre. Fünf Mitarbeiter, zweieinhalb Tage. Grundpreis 5.900 Euro. Angerechnet wurden ein Biedermeier-Sekretär, Werkzeug und ein gut erhaltener Aufsitzmäher mit zusammen 1.150 Euro. Endpreis: 4.750 Euro.

Kosten, die im Angebot oft fehlen

Wenn Sie Angebote vergleichen, prüfen Sie, ob diese Punkte enthalten sind. Bei uns sind sie es – bei manchen Mitbewerbern tauchen sie erst auf der Rechnung auf.

  • Entsorgungsgebühren. Manche Angebote nennen nur den Arbeitslohn und rechnen die Deponiegebühr nach Gewicht nach. Das kann den Preis um mehrere hundert Euro verschieben.
  • Elektrogeräte. Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher – oft 30 bis 60 Euro je Gerät extra.
  • Farben, Lacke, Öle. In fast jedem Keller. Als Schadstoff separat berechnet, wenn es vorher nicht besprochen war.
  • Halteverbotszone. In der Innenstadt praktisch immer nötig.
  • Anfahrtspauschale. Bei Anbietern von außerhalb schnell 80 bis 150 Euro je Fahrt – und es sind selten nur zwei Fahrten.
  • Besenreine Übergabe. Sollte selbstverständlich sein, ist es aber nicht überall.
  • Entsorgungsnachweis. Wird gelegentlich als Zusatzleistung berechnet.

Wo Sie wirklich sparen können

Drei Hebel wirken, alles andere ist Kosmetik.

  1. Verwertbares heraussuchen. Alles, was noch Wert hat, senkt den Preis direkt. Antiquitäten, Massivholz, Werkzeug, Musikinstrumente, Sammlungen, gute Elektrogeräte. Weisen Sie bei der Besichtigung darauf hin – wir sehen nicht jedes Stück.
  2. Zeitlich flexibel sein. Wer sagt „irgendwann in den nächsten sechs Wochen“, bekommt bei uns fünf Prozent Nachlass und wird in eine Lücke gelegt.
  3. Vorher selbst leichte Sachen entsorgen. Papier, Kleidung, Kleinkram in Säcken – das ist Volumen, das Sie ohne Fachwissen und ohne Fahrzeug loswerden können. Möbel und Elektrogeräte lohnen sich dagegen selten, weil dafür Transport und Tragen anfallen.

Was nicht funktioniert: das Angebot herunterhandeln, ohne den Umfang zu ändern. Ein Anbieter, der 30 Prozent nachlässt, ohne dass sich etwas an der Leistung ändert, hat entweder vorher zu viel verlangt oder spart hinterher an der Entsorgung. Und da haften Sie als Abfallerzeuger mit.

Rechnen Sie es selbst durch

Sieben Fragen und Sie sehen Ihren Festpreis – oder Sie rufen an und wir schätzen es gemeinsam am Telefon.